100 Jahre TV HAUZENBERG 1918 e.V. - Die Geschichte eines Vereins

Die Jahre 1931 bis 1959

Die Zeiten des Krieges gehen auch am TV nicht spurlos vorbei -  1959 Renovierung der TV Halle

1931 ist vor allem die Theatergruppe aktiv. 1932 geht das Nutzungsrecht am Sauweiher auf den FC Sturm Hauzenberg über. Der TV spielt hier nur noch Faustball. Wirrungen der beiden Vereine bewirken, dass ein neuer Sportplatz am Posthalteracker mitten in Hauzenberg gebaut wird. Ein ungeheures Ausmaß der Arbeitslosigkeit hat Hauzenberg getroffen.

1933 tritt Josef Kolbinger zurück. Kassenwart Ernst Bader übernimmt die Geschäftsführung, tritt aber im September wieder zurück. Die Neuwahlen ergeben, dass Oskar Wagner das Amt des 1. Vorstandes übernimmt. Der Reichsbund für Leibeserziehung, Hitlerjugend und Turnriegen sind praktisch gleichgeschaltet im Turnbetrieb. Die Theatergruppe ist noch mit der „Holledauer Fidel“ vertreten. Oberturnwart Josef Rieder hatte eine schlagkräftige Turnergruppe geformt, die auf zahlreichen Turnfesten sehr erfolgreich war. Ebenso die Theatergruppe, die mit ihren Aufführungen die Vereinskasse erheblich aufgebessert hat.

1934 beteiligt sich der TV am Landesturnfest in Nürnberg. Die Reise ging mit dem Personenzug von Hauzenberg nach Passau und Nürnberg.

1935 Die Vermietung der TV Halle ist die Haupteinnahmequelle, noch vor den Mitgliedsbeiträgen für den TV. Die Turnhalle ist mit Bällen und sonstigen Veranstaltungen gut belegt.

1936 Für den Sportplatz am Sauweiher muss Pacht bezahlt werden. Die Turnriege holt den Bayerischen Meistertitel im Neunkampf der Jugend.

1938 erhält der TV eine neue Einheitssatzung,  die vom Deutschen Reichsbund für Leibeserziehung vorgeschrieben ist. Die finanziellen Erfolge der Theatergruppe lassen den TV gut dastehen.

Im Juli 1939 wird das Gauturnen in Regensburg besucht. Rund 100 Mitglieder zählt der TV zu dieser Zeit. Der zweite Weltkrieg wird ausgerufen. Viele Vereinsmitglieder werden eingezogen.

1940 erhält der TV erneut eine auferlegte Satzung. Zwischen 1940 und 1945 gibt es so gut wie keine Aufzeichnungen und Protokolle. Der Krieg beherrscht das Land und das Leben der Hauzenberger. Josef Rieder hält das Turnen der Schüler trotz widriger Umstände aufrecht. Für manch Hauzenberger ist der TV Zufluchtsort in den Jahren des Krieges.

1945 wird die TV Turnhalle von den Amerikanern beschlagnahmt und treuhänderisch verwaltet.

1946 gelingt es nach zahlreichen Verhandlungen mit der amerikanischen Militärregierung die Turnhalle in Treuhandschaft an Ernst Bader  zu übergeben. Theaterbühne, Mobiliar, Küche, Kulissen und Notenhefte sind nicht mehr vorhanden. Ein herber finanzieller Verlust für den TV.

1947 formierte sich unter der Leitung von Eduard Pilsl und dem 1. Vorstand Josef Kinadeter die Turnergruppe neu. Turngeräte werden wieder instandgesetzt. Der TV beansprucht die vollen Rechte an der TV Halle.

1948 findet am 14. Januar die erste Generalversammlung statt mit 47 Anwesenden, die Fritz Weidinger zum 1. Vorstand wählen. Kassier wird Ernst Dünnbier und Oberturnwart Hermann Schramm. Für die neue Vereinssatzung sind verantwortlich: Fritz Weidinger, Berta Schramm, Adolf Augustin, Ernst Dünnier, Hermann Schramm, Josef Kinadeter und Eduard Pilsl.  Die Sparte Tischtennis wird gegründet. Der Lehrer Kurt Raffelsberger wird erster TT Spartenleiter.

1949 hat der Verein 156 Mitglieder.

1950 wird Josef Kinadeter 1. Vorsitzender und Fritz Weidinger sein Stellvertreter, Schriftführer und Kassier wird Bruno Zechmann. Finanzielle Schwierigkeiten verhindern die Teilnahmen an Sportfesten. Erstmals wird von einem Bau einer Sprungschanze gesprochen, aber die Finanzlage verhindert dieses Vorhaben. Willibald Griebl und Bürgermeister Fritz Weidinger kaufen trotzdem ein Grundstück und die Wohnbaugenossenschaft tritt als Bauträger der Sprungschanze auf. Der Bau der Schanze hat begonnen.

 

1951 am 7. Januar findet das Eröffnungsspringen vor 2500 Gästen auf der neuen Dreiländereckschanze statt. Auch die ersten leichtathletischen Sportfeste werden ausgerichtet, Gotthard Knödlseder läuft 11,7 Sekunden auf 100 m. Die Theatergruppe ist auch wieder sehr aktiv. Bei den Neuwahlen am 13.10. wird Ignaz Schlager 1. Vorstand, Stellvertreter  Fritz Weidinger, Kassenwart Bruno Zechmann, Skisparte Karl Schlager, Tischtennis Ernst Raffelsberger, Faustball Albert Hitzler. Die Mitgliederzahl ist auf 230 angewachsen.

 1952 herrscht wegen der Bürgermeisterwahl große Unruhe im Verein. 1. und 2. Vorstand treten als Bürgermeister Kandidat an. Ignaz und Karl Schlager treten zurück. Erneute Wahlen werden notwendig. Am 23. April wird gewählt. 1. Vorstand wird Fritz Weidinger und Oskar Wagner wird Stellvertreter. Tischtennis übernimmt Alfred Anetzberger. Theater wird weiterhin erfolgreich gespielt.

1953 ein Sturm zerstört den Kampfrichterturm der Skisprungschanze. Die Mitgliederzahl schrumpft auf 140. Leichtathleten sehr erfolgreich unter Ewald Possin. Thomas Haller leitet Sparte Tischtennis. Franz Thiele führt ab jetzt 40 Jahre die Altherren Turnriege. Bei den Neuwahlen wird Max List 2. Vorstand und Oberturnwart Helmut Haller. Karl Schlager wird seines Amtes als Skispartenleiter enthoben, Sparte Ski wird aufgelöst, weil die Schanze ab jetzt der Gemeinde gehört.

1954 wird aus vorherigen Gründen der WSV Hauzenberg gegründet. Helmut Haller gewinnt im Geräte 6- Kampf das 4 Städteturnier in Grafenau. 1955 übernimmt August Krenn die Sparte Tischtennis und Oberturnwart Helmut Haller organisiert den Turnbetrieb neu. Über die Landkreisgrenzen hinaus erfolgreich sind die Turner: Heinrich Ritt, Heinz Kretschmer, Josef Degler, Gottlieb Jira, Ernst Stöckle u. Jakob Bogner.

1956 wird bei den Neuwahlen Fritz Weidinger bestätigt, Dr. Fritz Rabl wird Stellvertreter, Kassenwart Richard Ortner und Oberturnwart Heinrich Ritt. Turnhalle muss renoviert werden, daher werden höhere Abgaben verordnet für die Schulturnstunden.

1957 werden neue Sportgeräte aus Spenden angeschafft. Spartenleiter und Riegenführer geben keine Berichte ab bei der Generalversammlung. Dies spiegelt die momentane Lage des Vereins wider. Die neue Konstellation nach der Neuwahl bringt wieder Ruhe in den Verein. Gewählt wird zum 1. Vorstand Dr. Fritz Rabl, 2. Vorstand Ernst Dünnbier, Kassenwart Richard Winklhofer, Oberturnwart Richard Ortner. Fritz Weidinger und Oskar Wagner werden zum Ehrenvorstand ernannt. Turnhallen Untergeschoss wird erweitert und umgebaut, alles wird erneuert und größer.

1958 diese Umbaumaßnahmen bringen neuen Schwung und viele neue Turngruppen entstehen im Verein. Die Übungsleiter Leopold Schramm und Helma Krämling, Helmut Schwarzbeck und August Krenn, Edith Liebl und Richard Ortner, Helga Psenicka und Luise Schlager sowie Ernst Stöckle bringen die Jugend auf Vordermann.

1959 die renovierte Halle wird zum Ballsaal, die toll dekorierte Halle ist bei allen Bällen ausverkauft. Die „Rollies“ heizen den Besuchern ein. Die Neuwahlen im Oktober bringen nur geringe Veränderungen, Helmut Haller wird wieder Oberturnwart.

Turnfest-in-Nürnberg_1934
Turnfest-in-Breslau1938
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Turnhalle-1959
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